Ein Umzug bringt einiges an Organisation mit sich: Wohnung kündigen, neue Adresse bekannt geben, Möbel transportieren, Umzugskisten organisieren sowie packen und den eigentlichen Umzugstag koordinieren. Da viele dieser Aufgaben unter der Woche erledigt werden müssen, stellt sich für Arbeitnehmer:innen schnell die Frage: Gibt es Sonderurlaub beim Umzug?
Die kurze Antwort lautet: Ein allgemeiner gesetzlicher Anspruch auf Sonderurlaub für einen privaten Umzug besteht in Österreich nicht automatisch. Ob Arbeitnehmer:innen einen freien Tag erhalten, hängt unter anderem vom Arbeitsvertrag, dem anwendbaren Kollektivvertrag und den Umständen des Umzugs ab.
In diesem Beitrag erfährst du, wann Sonderurlaub beim Umzug möglich ist, was du bei der Antragstellung beachten solltest und wie du deinen Umzug möglichst stressfrei organisierst.
Gibt es einen freien Tag?
Viele Arbeitnehmer:innen gehen davon aus, dass ein Umzug automatisch einen Anspruch auf einen bezahlten freien Tag begründet. So pauschal lässt sich das allerdings nicht sagen.
In Österreich können Arbeitnehmer:innen unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine Dienstverhinderung aus wichtigen persönlichen Gründen haben. Ob ein privater Wohnungswechsel darunter fällt, ist jedoch nicht in jedem Fall gleich zu beurteilen. Entscheidend können beispielsweise die konkreten Umstände des Umzugs und die Regelungen des jeweiligen Kollektivvertrags sein.
Daher gilt: Bevor du einen Umzugstag als Sonderurlaub einplanst, solltest du prüfen, welche Regelungen für dein Arbeitsverhältnis gelten.

Was bedeutet Sonderurlaub eigentlich?
Unter Sonderurlaub versteht man grundsätzlich eine Freistellung von der Arbeit aus einem besonderen Anlass. Welche Regelungen gelten, hängt vom jeweiligen Arbeitsverhältnis ab. Neben gesetzlichen Bestimmungen können insbesondere Kollektivvertrag, Arbeitsvertrag oder betriebliche Vereinbarungen festlegen, wann Mitarbeiter:innen Anspruch auf zusätzliche freie Tage haben.

Typische Anlässe können beispielsweise sein:
- Hochzeit oder eingetragene Partnerschaft
- Geburt eines Kindes
- Todesfall in der Familie
- Übersiedlung unter bestimmten Voraussetzungen
- andere wichtige persönliche Ereignisse
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einem tatsächlich bestehenden Anspruch und einer freiwilligen Vereinbarung mit dem Arbeitgeber.
Wann besteht Anspruch auf Sonderurlaub beim Umzug?
Ob du für deinen Umzug einen freien Tag bekommst, lässt sich nicht allein anhand des Wortes „Umzug“ beantworten. Gerade bei einem privaten Wohnungswechsel kommt es auf die jeweiligen Rahmenbedingungen an. Ein wichtiger Anhaltspunkt ist dein Kollektivvertrag. Manche Kollektivverträge enthalten konkrete Regelungen zu Dienstverhinderungen oder freien Tagen bei einer Übersiedlung. Andere sehen dafür keine eigene Regelung vor. Auch dein Arbeitsvertrag kann entsprechende Bestimmungen enthalten.
Deshalb solltest du vor dem Umzug prüfen:
- Welcher Kollektivvertrag gilt für dich?
- Enthält dein Arbeitsvertrag Regelungen zu Sonderurlaub oder Dienstverhinderungen?
- Gibt es im Unternehmen interne Regelungen?
- Handelt es sich um einen privaten oder beruflich bedingten Umzug?
- Kann der Umzug tatsächlich außerhalb deiner Arbeitszeit durchgeführt werden?
Privater Umzug vs. beruflich bedingter Umzug
Nicht jeder Umzug ist gleich. Besonders relevant kann sein, warum du übersiedelst.
Bei einem privaten Umzug, etwa weil du eine größere Wohnung gefunden hast oder in eine andere Stadt ziehst, besteht nicht automatisch ein Anspruch auf einen zusätzlichen freien Arbeitstag.
Anders kann die Situation bei einem beruflich bedingten Wohnortwechsel aussehen. Hier können je nach Arbeitsvertrag, Kollektivvertrag oder konkreter Vereinbarung andere Regelungen gelten. Wenn dein Arbeitgeber beispielsweise einen Standortwechsel verlangt oder der Wohnortwechsel unmittelbar mit deiner beruflichen Tätigkeit zusammenhängt, solltest du die entsprechenden Vereinbarungen genau prüfen.
Egal, ob privater oder beruflich bedingter Umzug – gute Organisation ist das A und O. Damit deine Sachen sicher und gut geschützt am neuen Zuhause ankommen, kannst du auf die stabilen und nachhaltigen Umzugskisten von KIBOX setzen.

Wie viele freie Tage kann man beim Umzug bekommen?
Eine pauschale Zahl gibt es nicht. Wie viele Tage dir für einen Umzug zustehen, hängt von der konkreten Regelung ab. Der erste Blick sollte deinem Arbeitsvertrag und dem für dich geltenden Kollektivvertrag gelten. Dort können wichtige Regelungen zu bezahlten Dienstverhinderungen und persönlichen Gründen enthalten sein. Die konkrete Regelung kann sich je nach Branche und Arbeitsverhältnis unterscheiden. Wenn du unsicher bist, kannst du dich beispielsweise an deine Personalabteilung, den Betriebsrat oder die zuständige Interessenvertretung wenden. In manchen Fällen kann ein Kollektivvertrag einen bestimmten Zeitraum vorsehen. In anderen Fällen gibt es keine ausdrückliche Regelung und der freie Tag muss individuell mit dem Arbeitgeber vereinbart werden.
Deshalb solltest du den Umzugstag nicht automatisch als Sonderurlaub verbuchen, sondern die Situation vorher klären. Eine frühzeitige Kommunikation ist dabei besonders hilfreich. Wenn dein Umzug bereits mehrere Wochen im Voraus feststeht, solltest du deine:n Arbeitgeber:in möglichst früh informieren. Das macht die Planung einfacher – für dich und für dein Unternehmen.
Sonderurlaub beantragen: So gehst du richtig vor
Wenn du für deinen Umzug einen freien Tag benötigst, solltest du dich rechtzeitig darum kümmern. Idealerweise klärst du zuerst, ob ein Anspruch besteht und reichst anschließend die entsprechende Anfrage ein.

Eine kurze schriftliche Anfrage kann beispielsweise enthalten:
- Datum des geplanten Umzugs
- Hinweis auf die gewünschte Freistellung
- gegebenenfalls Hinweis auf die entsprechende Regelung im Kollektivvertrag
- Bitte um kurze Bestätigung
Je früher du Bescheid gibst, desto einfacher lässt sich dein Abwesenheitstag einplanen.
Wenn kein Sonderurlaub vorgesehen ist, kommen je nach Situation verschiedene Möglichkeiten infrage:
- regulärer Urlaub (aus deinem bestehenden Urlaubsanspruch)
- Wochenenden und Feiertage
- Zeitausgleich (gleichst bereits geleistete Mehr- oder Überstunden durch Freizeit aus)
- Verschiebung einzelner Termine
- individuelle Vereinbarung mit dem Arbeitgeber
- Organisation des Umzugs außerhalb der Arbeitszeit
Welche Variante am sinnvollsten ist, hängt von deiner persönlichen Situation und den betrieblichen Möglichkeiten ab.
Fazit: Frühzeitig informieren und den Umzug gut planen
Ein Sonderurlaub beim Umzug ist in Österreich nicht automatisch für jede:n Arbeitnehmer:in garantiert. Ob eine Freistellung möglich ist, hängt insbesondere vom Arbeitsvertrag, dem Kollektivvertrag und den konkreten Umständen des Umzugs ab. Wer frühzeitig klärt, welche Regelungen gelten, kann die eigene Abwesenheit entsprechend planen.
Gleichzeitig lohnt es sich, auch den Umzug selbst gut vorzubereiten. Denn je mehr bereits vor dem Umzugstag erledigt ist, desto entspannter wird der eigentliche Wohnungswechsel. Mietbare Umzugskisten von KIBOX können dabei eine praktische und nachhaltige Lösung sein: Sie erleichtern das Packen, sind mehrfach verwendbar und müssen nach dem Umzug nicht irgendwo im Keller auf den nächsten Einsatz warten.

